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CO2-Knappheit: Versorgungsplan für Getränkehersteller

CO2-Knappheit: Versorgungsplan für Getränkehersteller

Eine CO2-Knappheit entsteht, wenn wichtige Quellen wie Ammoniak- und Düngemittelanlagen ihre Produktion drosseln und die Nachfrage, etwa in der Getränkesaison, gleichzeitig steigt. Weil Kohlendioxid für viele Abnehmer ein Nebenprodukt fremder Industrien ist, kann das Angebot schnell und ohne Vorwarnung einbrechen. Getränkehersteller schützen sich am wirksamsten mit einem Versorgungsplan aus vier Bausteinen: qualifizierte Zweitquelle, belastbare Verträge, Lagerpuffer und frühzeitige Saisonplanung.

Warum CO2-Knappheit immer wieder auftritt

CO2 in Lebensmittelqualität stammt zu einem großen Teil aus der Ammoniakproduktion. Steigen die Erdgaspreise oder fahren Düngemittelwerke ihre Wartung, sinkt das CO2-Angebot schlagartig mit. Weitere Quellen wie Bioethanolanlagen und natürliche Vorkommen können regionale Lücken nur begrenzt füllen. Dazu kommt die Saisonalität: Im Sommer trifft die höchste Getränkenachfrage regelmäßig auf geplante Anlagenstillstände. Wer erst im Engpass reagiert, konkurriert dann mit allen anderen um knappe Restmengen zu Spitzenpreisen. Die Engpässe der vergangenen Jahre in Europa haben gezeigt, wie schnell aus einem Beschaffungsthema ein Produktionsrisiko wird.

Für einen Getränkebetrieb ist CO2 dabei nicht irgendein Rohstoff: Ohne Karbonisierung steht die Abfüllung. Genau deshalb gehört die CO2-Versorgung in das Risikomanagement, nicht nur in den Einkauf.

Der Versorgungsplan: Vier Bausteine gegen den Engpass

1. Eine zweite Quelle qualifizieren, bevor Sie sie brauchen

Der wichtigste Schritt: Bauen Sie neben Ihrem Hauptlieferanten eine geprüfte Alternative auf. Qualifizieren heißt konkret: Spezifikation abstimmen, Analysenzertifikate prüfen, eine Testlieferung abnehmen und die Logistik einmal real durchspielen. Im Ernstfall zählt, dass die zweite Quelle sofort lieferfähig ist, nicht erst nach wochenlanger Freigabe. Idealerweise stammt sie aus einer anderen Region oder einem anderen Quellentyp als die Hauptversorgung.

2. Verträge mit klaren Mengen und Eskalationsregeln

Reine Spotbeschaffung ist im Engpass die teuerste Variante. Vereinbaren Sie Rahmenverträge mit definierten Mengen, Lieferfenstern und Regelungen für den Knappheitsfall. Fragen Sie explizit, wie Ihr Lieferant Zuteilungen priorisiert, wenn er selbst gekürzt wird. Kunden mit Rahmenvertrag stehen in dieser Reihenfolge erfahrungsgemäß deutlich weiter vorn als reine Spotkäufer.

3. Lagerpuffer realistisch dimensionieren

Prüfen Sie, ob Ihre Tankkapazität eine Überbrückung von mindestens ein bis zwei Wochen erlaubt. Ein zusätzlicher oder größerer CO2-Tank ist gegen die Kosten eines Abfüllstillstands gerechnet fast immer die günstigere Versicherung. Auch Miettanks können die Pufferkapazität saisonal erhöhen.

4. Früh planen statt spät reagieren

Melden Sie Ihren Saisonbedarf frühzeitig an und beobachten Sie Frühindikatoren: Gaspreise, angekündigte Wartungsfenster großer Ammoniakanlagen, Marktberichte. Wer im Frühjahr Mengen sichert, verhandelt aus einer anderen Position als im Juli.

Wenn Sie Ihre CO2-Versorgung auf mehrere Beine stellen möchten, unterstützt Sie unser Geschäftsbereich Gase beim Aufbau einer zweiten Quelle.

Ergänzend lohnt der Blick nach innen: Wo wird CO2 im eigenen Betrieb verbraucht, und welche Verwendungen haben im Engpass Priorität? Eine einfache Verbrauchsaufstellung je Linie zeigt, welche Produkte im Ernstfall zuerst weiterlaufen sollen und wo sich kurzfristig Mengen einsparen lassen, etwa durch reduzierte Spülprozesse oder angepasste Produktionsreihenfolgen. Betriebe mit dieser Vorarbeit treffen im Engpass in Stunden Entscheidungen, für die andere Tage brauchen. Halten Sie den Priorisierungsplan schriftlich fest und aktualisieren Sie ihn vor jeder Hochsaison.

Internationale Beschaffung als Stabilitätsanker

Regionale Engpässe lassen sich oft international ausgleichen. Genau hier liegt die Stärke von KAF Industries: Als Handels- und Beschaffungspartner mit Sitz in Istanbul und einem internationalen Quellennetzwerk beschaffen wir CO2 in Lebensmittel- und Industriequalität dort, wo es verfügbar ist, inklusive Dokumentation und Logistik. Unser Team bringt rund 50 Jahre gebündelte Erfahrung im Gasegeschäft mit und weiß, welche Quellen in angespannten Marktphasen tatsächlich liefern.

Warten Sie nicht auf den nächsten Engpass: Sprechen Sie mit uns über eine Zweitquellenstrategie für Ihre CO2-Versorgung. Informationen finden Sie im Geschäftsbereich Gase, Ihre Anfrage erreicht uns über die Kontaktseite oder an sales@kafindustries.com.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell kann eine zweite CO2-Quelle einsatzbereit sein?

Wenn Spezifikation, Testlieferung und Logistik bereits im Vorfeld qualifiziert wurden, oft innerhalb weniger Tage. Ohne Vorbereitung dauert die Qualifizierung im Engpass deutlich länger, weil dann alle Marktteilnehmer gleichzeitig nach Alternativen suchen.

Lohnt sich ein größerer CO2-Tank nur wegen der Engpassvorsorge?

Rechnen Sie die Mehrkosten des Tanks gegen einen einzigen Tag Produktionsstillstand. In den meisten Abfüllbetrieben amortisiert sich die zusätzliche Pufferkapazität bereits durch ein einziges vermiedenes Engpassereignis, zusätzlich sinkt die Abhängigkeit von engen Lieferfenstern.

Ist importiertes CO2 qualitativ gleichwertig?

Ja, sofern die Charge die vereinbarte Spezifikation nachweislich erfüllt und die Lieferkette lebensmittelkonform ist. Entscheidend sind Analysenzertifikat und Rückverfolgbarkeit, nicht die Herkunftsregion. Genau diese Nachweise stellen wir bei internationaler Beschaffung sicher.